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Palliative Care Ausbildung für Pflegekräfte: Der vollständige Leitfaden 2026

 

 

 

Die Weiterbildung Palliative Care für Pflegekräfte umfasst in Deutschland in der Regel 160 Unterrichtseinheiten (UE). Kurse sind als Blockveranstaltungen, modulare Formate oder – eingeschränkt – online verfügbar. W

Key Takeaways

  • 160 UE für eine vollwertige Palliative-Care-Weiterbildung für Pflegefachkräfte.
  • Modulare Strukturen (z. B. 40 UE + 120 UE) ermöglichen berufsbegleitendes Lernen, gelten aber nicht überall als gleichwertig.
  • Online-Formate bieten Flexibilität
  • Fördermöglichkeiten (Bildungsgutschein, Qualifizierungsgeld, Landesförderungen) können die Kurskosten erheblich senken.
  • Palliative Care stärkt nicht nur fachliche Kompetenz, sondern auch Kommunikationsfähigkeit, Selbstreflexion und Resilienz im Pflegealltag.
  • Kurse laufen 2026 u. a. bei der Akademie der Gesundheit (ab 1. Juni 2026) und der Stiftung Palliativ Zuhause (Blöcke bis April 2026). [1][2]
  • Wer noch keine Pflegefachkraft ist, kann über einen Quereinstieg in die Pflege den Grundstein legen.

Was ist Palliative Care – und warum ist die Ausbildung so wichtig?

Palliative Care bezeichnet die spezialisierte Begleitung und Versorgung von Menschen mit unheilbaren, lebensbedrohlichen Erkrankungen – mit dem Ziel, Lebensqualität zu erhalten statt Lebensdauer zu verlängern. Für Pflegekräfte bedeutet das: Symptommanagement, Schmerzlinderung, psychosoziale Unterstützung und die Begleitung von Angehörigen.

Ohne gezielte Weiterbildung stoßen viele Pflegekräfte in Palliativsituationen an ihre Grenzen. Pflegeorganisationen stufen verpflichtende Palliativschulungen als eine der dringlichsten Verbesserungsmaßnahmen in der Versorgungsqualität ein – gleichrangig mit 24/7-Diensten. Der Grund: Lücken in Kommunikation, Schmerzeinschätzung und ethischer Entscheidungsfindung sind im Pflegealltag real und kostspielig – für Patientinnen und Patienten, aber auch für das Pflegepersonal selbst.

Kurz gesagt: Eine fundierte Palliative-Care-Ausbildung schützt Pflegekräfte vor Überlastung und sichert eine würdevolle Versorgung am Lebensende.


Welche Inhalte umfasst eine Palliative Care Weiterbildung?

Eine  Weiterbildung deckt weit mehr ab als Schmerzmanagement. Das Basiscurriculum (Kern, Müller, Aurnhammer – weiterhin gültiger Standard 2026) strukturiert die Inhalte in mehrere Kernbereiche: [7]

Themenbereich Typische Inhalte
Symptommanagement Schmerztherapie, Atemnot, Übelkeit, Wundversorgung
Kommunikation Schwierige Gespräche, Überbringen schlechter Nachrichten
Psychosoziale Begleitung Trauerbegleitung, spirituelle Begleitung, Angehörigenarbeit
Ethik & Recht Patientenverfügung, Therapiezieländerung, Sterbehilfe-Abgrenzung
Multiprofessionelle Teamarbeit Zusammenarbeit mit Ärzten, Sozialarbeit, Seelsorge
Selbstreflexion & Selbstfürsorge Supervision, Umgang mit Tod und Trauer im Berufsalltag

 


Welche Formate gibt es – und welches passt zu wem?

Palliative Care Ausbildung ist nicht gleich Palliative Care Ausbildung. Die Wahl des Formats hat direkte Auswirkungen auf Anerkennung, Flexibilität und Kosten.

Blockveranstaltungen (Präsenz)

Das klassische Format: mehrere Kursblöcke über Wochen oder Monate verteilt, meist in Bildungszentren oder Kliniken. Die Stiftung Palliativ Zuhause führt ihren multiprofessionellen Aufbaukurs in Blöcken durch – Block 3 lief im Februar 2026, Block 4 folgt im April 2026. [1][4]

Wähle dieses Format, wenn: du eine vollständige, anerkannte Qualifikation als Palliativ-Fachkraft anstrebst und Freistellungsmöglichkeiten hast.

Modulare Formate (berufsbegleitend)

Viele Anbieter teilen die 160 UE in Teilmodule auf – etwa 40 UE Palliative Praxis als Einstieg, gefolgt von 120 UE vertiefender Ausbildung. Das ermöglicht eine schrittweise Qualifizierung ohne lange Auszeiten. [10] Kritisch zu sehen: Manche Arbeitgeber und Kostenträger akzeptieren Teilzertifikate nicht als vollwertige Qualifikation.

Wähle dieses Format, wenn: du berufsbegleitend lernst und keine längere Freistellung bekommst – plane aber von Anfang an, alle Module zu absolvieren.

Online-Formate

Anbieter wie Medipolis bieten vollständig digitale Palliative-Care-Weiterbildungen an, die die Anforderungen des §39a SGB V erfüllen können. [3] Der Vorteil liegt auf der Hand: maximale Flexibilität, ortsunabhängig, oft günstiger.

Wähle dieses Format, wenn: du eine schnelle Grundqualifikation benötigst oder dich für eine spätere Präsenzweiterbildung vorbereiten möchtest – nicht als alleinige Qualifikation für spezialisierte Palliativstellen.

 


Wie läuft die Palliative Care Ausbildung konkret ab?

Hier ein typischer Ablauf für eine berufsbegleitende 160-UE-Weiterbildung:

  1. Voraussetzungen prüfen: Meist wird eine abgeschlossene Pflegeausbildung (Pflegefachkraft, Gesundheits- und Krankenpfleger/in) vorausgesetzt. Manche Anbieter akzeptieren auch Betreuungskräfte für Basiskurse.
  2. Anbieter und Format wählen: Terminlage, Präsenz vs. online, Kosten vergleichen.
  3. Förderung beantragen: Vor Kursbeginn – nicht danach. Bildungsgutschein, Qualifizierungsgeld oder Landesförderungen müssen vorab bewilligt werden (mehr dazu weiter unten).
  4. Kursblöcke absolvieren: Theorie, Fallarbeit, Supervision, Selbstreflexionseinheiten.
  5. Zertifikat erhalten: Das Zertifikat belegt die Qualifikation als Palliative-Care-Fachkraft und öffnet Türen zu spezialisierten Stellen und Gehaltsverhandlungen.

Was kostet eine Palliative Care Weiterbildung – und wie lässt sie sich finanzieren?

Kosten variieren je nach Anbieter, Format und Umfang. Als grobe Orientierung (keine Garantie, da Anbieterpreise sich ändern):

  • Basiskurse (40–80 UE): ca. 500–1.200 €
  • Vollständige 160-UE-Weiterbildung: ca. 1.500–3.500 €
  • Online-Kurse: häufig günstiger, ab ca. 300–800 €

Fördermöglichkeiten – so sinken die Kosten erheblich

Wer die Weiterbildung selbst oder mit Unterstützung des Arbeitgebers finanziert, sollte alle verfügbaren Förderwege prüfen. Livento Bildung hat dazu eine umfassende Übersicht zusammengestellt:

Häufiger Fehler: Förderanträge nach Kursbeginn stellen. Die meisten Programme erfordern eine Bewilligung vor dem ersten Kurstag.


Wie fördert Palliative Care die Karriereentwicklung in der Pflege?

Eine abgeschlossene Palliative-Care-Weiterbildung ist eine der gefragtesten Zusatzqualifikationen im deutschen Gesundheitswesen. Sie eröffnet konkrete Karrierewege:

  • Spezialisierte Palliativstationen in Kliniken und Hospizen
  • SAPV-Teams (Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung)
  • Leitungsfunktionen im Palliativbereich (in Kombination mit Pflegemanagement-Qualifikationen)
  • Praxisanleitung mit Palliativschwerpunkt
  • Beratungsfunktionen für Angehörige und andere Pflegeteams

Wer bereits Führungsverantwortung trägt oder anstrebt, findet bei Livento ergänzende Angebote im Bereich Pflegeführung und Management.

Generell gilt: Die Pflegeausbildung boomt – 2024 wurden bundesweit rund 59.400 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen, ein Plus von 9 % gegenüber dem Vorjahr. Doch die Grundausbildung allein reicht für komplexe Palliativsituationen nicht aus. Spezialisierungen wie Palliative Care machen den Unterschied – fachlich und im Gehalt.


Technologie und digitale Lernformate in der Palliative Care Ausbildung

Digitale Bildungsangebote haben die Weiterbildung im Gesundheitswesen verändert. Für Pflegekräfte, die im Schichtdienst arbeiten, sind flexible Lernformate oft die einzige realistische Option.

Was digitale Plattformen heute bieten:

  • Videobasierte Lerneinheiten mit Fallbeispielen aus der Palliativpflege
  • Live-Webinare mit Experten und interaktiven Fallbesprechungen
  • Digitale Lerntagebücher für Selbstreflexionsaufgaben
  • Community-Foren für den Austausch mit anderen Kursteilnehmenden

Für Pflegekräfte, die sich über das aktuelle Kursangebot informieren möchten, lohnt ein Blick auf die Kursübersicht bei Livento sowie das Magazin für Weiterbildung und Fortbildung Pflege.


Psychologische Vorbereitung: Was Pflegekräfte in der Palliativpflege wirklich brauchen

Dieser Aspekt wird in vielen Kursübersichten unterschätzt – dabei ist er entscheidend für langfristige Berufszufriedenheit.

Pflegekräfte in der Palliativversorgung begegnen täglich Sterben, Trauer und existenziellen Fragen. Ohne gezielte Vorbereitung führt das zu emotionaler Erschöpfung und Burnout. Gute Palliative-Care-Ausbildungen adressieren das explizit:

  • Supervision und Fallbesprechungen als fester Kursbestandteil
  • Selbstreflexionsübungen zur eigenen Haltung gegenüber Tod und Sterben
  • Kollegiale Beratung als Methode für den Pflegealltag
  • Selbstfürsorge-Strategien, die über den Kurs hinaus wirken

Wer diese Kompetenzen entwickelt, arbeitet nicht nur professioneller – sondern auch nachhaltiger. Bildung, die bewegt, bedeutet bei Livento auch: Bildung, die schützt.


Palliative Care Ausbildung: Internationale Perspektiven und Vergleiche

Ein kurzer Blick über die Grenzen zeigt Gemeinsamkeiten und Unterschiede:

Land Standard Besonderheit
Deutschland 160 UE Multiprofessioneller Ansatz, §39a SGB V
Österreich ÖPGK-Curricula, vergleichbar Starke Hospizkultur, ehrenamtliche Integration
Schweiz palliative ch-Richtlinien Dreistufiges Kompetenzmodell (A/B/C)
UK Gold Standards Framework Stark praxisbasiert, NHS-integriert

Für Pflegekräfte, die international tätig sein möchten oder ausländische Abschlüsse mitbringen, lohnt sich eine Beratung zur gegenseitigen Anerkennung.


FAQ: Häufige Fragen zur Palliative Care Ausbildung

Welche Voraussetzungen brauche ich für eine Palliative Care Weiterbildung?
In der Regel eine abgeschlossene Pflegeausbildung (Pflegefachkraft, Gesundheits- und Krankenpfleger/in). Manche Anbieter öffnen Basiskurse auch für Betreuungskräfte oder Quereinsteiger mit Pflegeerfahrung.

Wie lange dauert die Weiterbildung?
Eine vollständige Weiterbildung umfasst 160 Unterrichtseinheiten. Berufsbegleitend verteilt sich das auf mehrere Monate, in Vollzeit-Blöcken auf wenige Wochen.

Was kostet eine Palliative Care Weiterbildung?
Je nach Format und Anbieter zwischen ca. 1.000 € (Online-Basiskurs) und 3.500 € (vollständige Präsenz-Weiterbildung). Förderungen können die Kosten erheblich reduzieren.

Kann ich die Weiterbildung fördern lassen?
Ja – über Bildungsgutschein, Qualifizierungsgeld, Weiterbildungsförderung der Pflegeversicherung oder Landesförderungen. Antrag muss vor Kursbeginn gestellt werden.

Was ist der Unterschied zwischen Basiskurs und Aufbaukurs?
Der Basiskurs (oft 40–80 UE) vermittelt Grundlagen der Palliativversorgung. Der Aufbaukurs (bis 160 UE gesamt) vertieft Inhalte und führt zur vollständigen Qualifikation als Palliativ-Fachkraft. [7]

Kann ich als Quereinsteiger eine Palliative Care Ausbildung machen?
Zunächst sollte eine Pflegegrundqualifikation erworben werden. Informationen zum Quereinsteiger Pflege bietet Livento Bildung an.

Welche Karrieremöglichkeiten eröffnet die Qualifikation?
Palliativstationen, Hospize, SAPV-Teams, Leitungsfunktionen, Praxisanleitung und Beratungsrollen im Gesundheitswesen.

 


Fazit: Palliative Care als Investition in Kompetenz und Karriere

Eine fundierte Palliative-Care-Ausbildung ist mehr als ein Zertifikat. Sie verändert die Art, wie Pflegekräfte mit schwerkranken Menschen umgehen, wie sie kommunizieren, wie sie Belastungen verarbeiten und wie sie im Team zusammenarbeiten. Das macht den Pflegealltag nicht nur professioneller – sondern auch sinnvoller.

Wer 2026 den nächsten Schritt in der beruflichen Entwicklung gehen möchte, sollte folgende Schritte angehen:

  1. Ziel klären
  2. Format wählen: Präsenz, modular oder hybrid – je nach Arbeitsalltag und Freistellungsmöglichkeiten.
  3. Förderung prüfen: Vor der Anmeldung alle relevanten Fördermöglichkeiten sondieren.
  4. Anmelden und starten: Plätze in den Kursen sind oft schnell vergeben.

Livento Bildung begleitet Pflegekräfte, Betreuungskräfte und Quereinsteiger mit praxisnahen, anerkannten Weiterbildungen – flexibel, zukunftssicher und aus der Praxis für die Praxis. Für eine persönliche Beratung steht das Team gerne zur Verfügung: Kontakt aufnehmen.


Quellen / References

[1] Weiterbildung Multiprofessioneller Aufbaukurs Palliative Care 2025/26 – https://www.stiftung-palliativ-zuhause.de/kurs/weiterbildung-multiprofessioneller-aufbaukurs-palliative-care-2025-26

[2] Palliative Care für Pflegende – Basiskurs – https://www.gesundheit-akademie.de/en/weiterbildung/palliative-care-fuer-pflegende-basiskurs/

[3] Online Weiterbildung Palliative Care – https://www.medipolis.de/akademie/kurse/palliative-care/online-weiterbildung-palliative-care

[4] Palliativ Care Weiterbildung 2025/26 – https://www.stiftung-palliativ-zuhause.de/kurs/palliativ-care-weiterbildung-2025-26

[7] Palliative Care – Akwiso Akademie – https://www.akwiso-akademie.de/palliative-care

[9] PC 2026/2027 Palliative Care Pflegefachkraft – https://www.bhpv.de/wp-content/uploads/2026/02/PC-2026-2027_Palliative-Care-Pflegefachkraft.pdf

[10] Weiterbildung Palliative Care – Palliativakademie Rheinland – https://palliativakademie-rheinland.de/weiterbildung-palliative-care/


 

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