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Expertenstandard Schmerzmanagement in der Pflege 2026

📌 Kurz gesagt
Der Expertenstandard „Schmerzmanagement in der Pflege“ des Deutschen Netzwerks für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) gilt in der Aktualisierung von 2020. Sie führt die früheren Standards zu akuten (2011) und chronischen Schmerzen (2015) zusammen. Ziel ist, dass jeder Mensch mit akuten, chronischen oder zu erwartenden Schmerzen ein individuelles Schmerzmanagement erhält, das Schmerzen lindert, einer Chronifizierung vorbeugt und eine stabile, für ihn akzeptable Schmerzsituation schafft. Kern sind ein Screening zu Beginn der Pflege, ein differenziertes Assessment mit zielgruppengerechten Instrumenten (Selbsteinschätzung vor Fremdeinschätzung), ein gemeinsamer Behandlungsplan und die regelmäßige Überprüfung der Wirksamkeit – genau das prüft auch der Medizinische Dienst.

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist der Expertenstandard Schmerzmanagement?
  2. Welches Ziel verfolgt der Standard?
  3. Struktur-, Prozess- und Ergebniskriterien
  4. Screening und Assessment: Wie läuft die Schmerzeinschätzung?
  5. Welche Einschätzungsinstrumente passen zu wem?
  6. Stabile und instabile Schmerzsituation
  7. Medikamentöse und nicht-medikamentöse Maßnahmen
  8. Dokumentation und MD-Prüfung
  9. Praxisbeispiel: Umsetzung im Pflegeheim
  10. Welche Rolle spielt die Pain Nurse?
  11. Häufige Fragen
  12. Quellen

Was ist der Expertenstandard Schmerzmanagement?

Der Expertenstandard Schmerzmanagement in der Pflege ist ein evidenzbasiertes Qualitätsinstrument des DNQP an der Hochschule Osnabrück. Er beschreibt, was professionelle Pflege bei Menschen mit Schmerzen leisten soll und was Einrichtungen dafür bereitstellen müssen. Er gilt für alle Settings: Krankenhaus, stationäre Langzeitpflege und ambulante Pflege.

Die Entwicklung im Überblick:

Jahr Fassung Schwerpunkt
2005 Expertenstandard Schmerzmanagement bei akuten oder tumorbedingten chronischen Schmerzen Akutschmerz, z. B. nach Operationen
2011 1. Aktualisierung des Akutschmerz-Standards Akute Schmerzen
2015 Expertenstandard Schmerzmanagement in der Pflege bei chronischen Schmerzen Chronische Schmerzen, Selbstmanagement
2020 Aktualisierung „Schmerzmanagement in der Pflege“ Akute und chronische Schmerzen in einem gemeinsamen Standard

Stand Oktober 2026 ist die Aktualisierung von 2020 die gültige Fassung. Eine weitere Aktualisierung hat das DNQP in seinen jüngsten Veröffentlichungen nicht angekündigt.

Wie verbindlich ist der Standard? Ein DNQP-Expertenstandard ist kein Gesetz. Nach § 11 Abs. 1 SGB XI müssen Pflegeeinrichtungen aber nach dem allgemein anerkannten Stand medizinisch-pflegerischer Erkenntnisse pflegen. Expertenstandards gelten als Ausdruck dieses Standes. Der Medizinische Dienst orientiert sich bei Qualitätsprüfungen daran, und im Haftungsfall wird oft gefragt, ob nach Standard gearbeitet wurde. Den früheren Weg, Expertenstandards nach § 113a SGB XI für allgemein verbindlich zu erklären, gibt es nicht mehr: Die Vorschrift wurde zum 1. Juli 2023 aufgehoben.

Welches Ziel verfolgt der Standard?

Jeder Mensch mit akuten, chronischen oder zu erwartenden Schmerzen soll ein individuell angepasstes Schmerzmanagement erhalten. Es soll Schmerzen vorbeugen, sie beseitigen oder auf ein für die Person akzeptables Maß senken und schmerzbedingte Krisen sowie eine Chronifizierung verhindern. Am Ende stehen Lebensqualität, Funktionsfähigkeit und Teilhabe.

Wichtig ist der Begriff „zu erwartende Schmerzen“. Pflege soll nicht erst reagieren, wenn jemand klagt. Sie soll vorausdenken: vor dem Verbandswechsel, vor der Mobilisation nach einer Operation, vor der Körperpflege bei Arthrose.

Struktur-, Prozess- und Ergebniskriterien

Wie alle DNQP-Standards ist der Standard in fünf Ebenen gegliedert. Jede Ebene beschreibt, was die Pflegefachkraft können und was die Einrichtung bereitstellen muss (Struktur), was konkret getan wird (Prozess) und woran man den Erfolg erkennt (Ergebnis). Die folgende Tabelle fasst die Inhalte in eigenen Worten zusammen – für den Originalwortlaut nutze die Veröffentlichung des DNQP.

Ebene Struktur: Kompetenz und Rahmen Prozess: Was passiert? Ergebnis: Woran erkennbar?
1 Einschätzung Pflegefachkraft kann Schmerzen systematisch einschätzen und akute von chronischen unterscheiden. Einrichtung stellt passende Instrumente bereit und sichert den Zugang zu Schmerzexpert:innen. Screening zu Beginn und in festgelegten Abständen; bei Schmerzen differenziertes Assessment; in komplexen Fällen Schmerzexpert:in hinzuziehen. Für alle Betroffenen liegen aktuelle, zielgruppengerechte Einschätzungen und Verlaufskontrollen vor.
2 Planung Pflegefachkraft kann das Schmerzmanagement planen und koordinieren. Es gibt eine berufsgruppenübergreifende Verfahrensregelung zu medikamentösen und nicht-medikamentösen Maßnahmen. Mit der Person, ggf. Angehörigen und dem Team wird ein individueller Behandlungsplan erstellt oder angepasst. Ein Behandlungsplan mit vereinbarten Zielen liegt vor und berücksichtigt das Selbstmanagement.
3 Information, Schulung, Beratung Pflegefachkraft kann informieren, anleiten und beraten. Einrichtung sorgt für personelle Kontinuität. Beratung passend zu den Zielen, Stärkung des Selbstmanagements; bei besonderem Bedarf Expert:in einbeziehen. Person und Angehörige sind informiert und in ihrem Selbstmanagement gestärkt.
4 Maßnahmen Pflegefachkraft beherrscht die Umsetzung medikamentöser Therapie inkl. Nebenwirkungsmanagement sowie nicht-medikamentöse Maßnahmen. Ärztlich verordnete Medikation sicher umsetzen, Nebenwirkungen erfassen und reagieren; nicht-medikamentöse Maßnahmen anwenden; schmerzauslösende Pflegehandlungen vermeiden. Maßnahmen sind koordiniert und dokumentiert, Nebenwirkungen vermieden oder behandelt; nicht-medikamentöse Maßnahmen wirken positiv.
5 Evaluation Pflegefachkraft kann Verlauf und Wirksamkeit beurteilen. Wirksamkeit regelmäßig und anlassbezogen überprüfen. Die Schmerzsituation ist stabil; bei Destabilisierung wurde der Plan angepasst.

Screening und Assessment: Wie läuft die Schmerzeinschätzung in der Pflege?

Die Schmerzeinschätzung in der Pflege läuft in zwei Stufen ab.

1. Screening: Zu Beginn der Versorgung klärst du, ob Schmerzen, schmerzbedingte Einschränkungen oder zu erwartende Schmerzen vorliegen. Das kann eine einfache Frage sein („Haben Sie Schmerzen?“) oder bei Menschen, die sich nicht äußern können, eine gezielte Beobachtung. Das Screening wiederholst du in Abständen, die die Einrichtung für ihr Setting festlegt.

2. Differenziertes Assessment: Ist das Screening positiv, folgt eine genauere Einschätzung. Sie klärt, ob ein akuter oder chronischer Schmerz vorliegt, und erfasst unter anderem:

  • Lokalisation und Ausstrahlung
  • Intensität in Ruhe und bei Belastung
  • Qualität (z. B. stechend, brennend, dumpf)
  • zeitlicher Verlauf und Häufigkeit
  • verstärkende und lindernde Faktoren
  • Auswirkungen auf Schlaf, Stimmung, Mobilität und Alltag
  • eigene Strategien und Erwartungen der Person

Bei chronischen Schmerzen kommen die Lebenssituation und das Selbstmanagement stärker hinzu. Bei komplexen Situationen sieht der Standard ausdrücklich vor, eine pflegerische Schmerzexpertin oder einen Schmerzexperten hinzuzuziehen.

💡 Tipp aus der Praxis
Selbsteinschätzung geht vor Fremdeinschätzung. Auch Menschen mit leichter bis mittelschwerer Demenz können oft noch eine einfache Skala nutzen, etwa eine Verbale Rating-Skala. Probiere die Selbstauskunft immer zuerst – und nutze Beobachtungsinstrumente ergänzend, nicht ersetzend.

Welche Einschätzungsinstrumente passen zu wem?

Der Standard schreibt kein bestimmtes Instrument vor. Er verlangt, dass die Einrichtung aktuelle, zielgruppenspezifische Instrumente festlegt. Diese sind in Deutschland verbreitet:

Zielgruppe Instrument Kurzbeschreibung
Erwachsene, die sich äußern können NRS – Numerische Rating-Skala Schmerzstärke von 0 (kein Schmerz) bis 10 (stärkster vorstellbarer Schmerz)
Erwachsene, auch bei leichten kognitiven Einschränkungen VRS – Verbale Rating-Skala Einordnung in Worten, z. B. von „kein Schmerz“ bis „unerträglicher Schmerz“
Erwachsene mit gutem Abstraktionsvermögen VAS – Visuelle Analogskala Markierung auf einer Linie zwischen „kein Schmerz“ und „stärkster Schmerz“
Kinder ab etwa 4 Jahren, teils auch ältere Menschen FPS-R – Faces Pain Scale – Revised Auswahl aus Gesichtern mit zunehmendem Schmerzausdruck
Säuglinge und Kleinkinder KUSS – Kindliche Unbehagens- und Schmerzskala Fremdeinschätzung anhand von Verhaltensmerkmalen wie Weinen, Gesichtsausdruck und Motorik
Menschen mit Demenz, die sich nicht mehr verbal äußern können BESD – Beurteilung von Schmerzen bei Demenz Deutsche Fassung der US-amerikanischen PAINAD-Skala; fünf Kategorien (Atmung, Lautäußerung, Gesichtsausdruck, Körpersprache, Trost), 0–10 Punkte, ca. zwei Minuten Beobachtung
Ältere Menschen mit schwerer Demenz BISAD – Beobachtungsinstrument für das Schmerzassessment bei alten Menschen mit Demenz Deutsche Adaptation der französischen ECPA; acht Verhaltensmerkmale, u. a. bei Pflege und Mobilisation
Menschen mit kognitiven oder Bewusstseinsbeeinträchtigungen, v. a. in der Akutversorgung ZOPA – Zurich Observation Pain Assessment Beobachtung von 13 Verhaltensmerkmalen, z. B. Lautäußerungen, Gesichtsausdruck, Körpersprache, physiologische Hinweise
Ältere Menschen mit Kommunikationseinschränkungen Doloplus-2 Französisches Fremdeinschätzungsinstrument, auf Deutsch als Formular verfügbar

Zwei Hinweise aus der Anleitung der Deutschen Schmerzgesellschaft zur BESD gelten sinngemäß für alle Beobachtungsinstrumente: Ein Punktwert sagt, ob Schmerz wahrscheinlich ist – nicht, wie stark ihn die Person empfindet. Und die Instrumente funktionieren am besten, wenn geschulte Pflegende sie immer in derselben Situation anwenden, etwa bei der Mobilisation.

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Was bedeutet stabile und instabile Schmerzsituation?

Diese Unterscheidung ist das Herzstück des Standards, gerade bei chronischen Schmerzen.

Stabile Schmerzsituation Instabile Schmerzsituation
Kennzeichen Die Person erlebt ihre Situation als akzeptabel und nicht veränderungsbedürftig. Die Behandlung führt dauerhaft nicht zu einer akzeptablen Situation, oder es kommt zu Krisen mit Einbußen bei Lebensqualität, Funktion oder Teilhabe.
Wer definiert „akzeptabel“? Die betroffene Person, möglichst in gemeinsamer Zielvereinbarung Ebenfalls die Person; bei eingeschränkter Auskunftsfähigkeit Team und Angehörige anhand des Verhaltens
Akutschmerz – Gilt zunächst grundsätzlich als instabil
Typische Reaktion Regelmäßige Verlaufskontrolle, Selbstmanagement stärken Plan überprüfen, Arzt informieren, ggf. Schmerzexpert:in hinzuziehen

Eine Instabilität kann auch schleichend entstehen: Frau A. geht seit Wochen seltener zum Mittagessen in den Speisesaal, schläft schlechter und zieht sich zurück. Sie sagt aber, es gehe „schon“. Genau hier ist pflegerischer Blick gefragt.

Medikamentöse und nicht-medikamentöse Maßnahmen

Medikamentöse Therapie: Was ist Aufgabe der Pflege?

Die medikamentöse Schmerztherapie verordnet die Ärztin oder der Arzt. Die Pflege setzt sie sicher um: richtige Zeit, richtige Applikation, Bedarfsmedikation nach klarer Anordnung. Mindestens ebenso wichtig ist die Beobachtung. Typische Nebenwirkungen wie Verstopfung, Übelkeit, Müdigkeit oder Schwindel erkennst du früh und gibst sie weiter. Wirkt die Medikation nicht ausreichend, informierst du zeitnah den Arzt.

WHO-Stufenschema richtig einordnen: Das Stufenschema der Weltgesundheitsorganisation wurde 1986 für die Behandlung von Tumorschmerzen entwickelt. Es ordnet Schmerzmittel in drei Stufen: Nicht-Opioid-Analgetika, schwach wirksame Opioide und stark wirksame Opioide, jeweils ggf. kombiniert mit Nicht-Opioiden und unterstützenden Medikamenten (Koanalgetika). Es ist eine ärztliche Orientierungshilfe, kein starres Treppenmodell für jeden Schmerz – bei akuten Schmerzen oder chronischen Nicht-Tumorschmerzen wird oft anders vorgegangen. Für die Pflege ist wichtig, das Schema zu kennen, um Verordnungen zu verstehen und Nebenwirkungen gezielt zu beobachten.

Nicht-medikamentöse Maßnahmen

Hier liegt eine echte pflegerische Stärke. Je nach Situation und ärztlicher Abklärung kommen zum Beispiel infrage:

  • schmerzarme Lagerung, Positionierung und Bewegung
  • Wärme- oder Kälteanwendungen, wenn keine Gegenanzeigen bestehen
  • Entspannung, Atemübungen, Ablenkung und Zuwendung
  • Körperpflege und Mobilisation zeitlich nach der Wirkung der Schmerzmedikation planen
  • Beratung zum Selbstmanagement, etwa Tagesstruktur und Aktivitätsplanung

Der Standard betont außerdem, schmerzauslösende Situationen bei pflegerischen Handlungen zu vermeiden. Ankündigen, langsam arbeiten, Hilfsmittel nutzen – das klingt einfach und macht doch einen großen Unterschied.

Dokumentation und Bedeutung für die MD-Prüfung

Gute Dokumentation zeigt den roten Faden: Screening, Assessment, Ziel, Maßnahmen, Wirkung, Anpassung. Halte dabei fest:

  • Ergebnis des Screenings mit Datum und Instrument
  • Assessment-Ergebnisse inklusive Schmerzwert in Ruhe und Belastung
  • die mit der Person vereinbarte akzeptable Schmerzsituation
  • Maßnahmen und ihre Wirkung, auch bei Bedarfsmedikation (Gabe und Wirkungskontrolle)
  • Informationen an den Arzt und dessen Rückmeldung

Was prüft der Medizinische Dienst? In den Qualitätsprüfungs-Richtlinien (QPR) für die vollstationäre Pflege ist Schmerzmanagement ein eigener Qualitätsaspekt (2.2) im Qualitätsbereich „Unterstützung bei der Bewältigung von krankheits- und therapiebedingten Anforderungen und Belastungen“. Die Prüfer:innen fragen sinngemäß zwei Dinge: Wurde die Schmerzsituation sachgerecht erfasst? Und erhält die Person eine sachgerechte Unterstützung bei der Bewältigung ihrer Schmerzen? Wer nach dem Expertenstandard arbeitet und das nachvollziehbar dokumentiert, kann beide Fragen gut belegen. Häufige Schwachstellen sind fehlende Verlaufskontrollen, Bedarfsmedikation ohne Wirkungskontrolle und Fremdeinschätzung ohne passendes Instrument.

Praxisbeispiel: So setzt ein Pflegeheim den Standard um

Ein Beispiel aus der Praxis: Jana ist Pflegefachkraft und Qualitätsbeauftragte in einem Pflegeheim mit 80 Plätzen. Nach der letzten Qualitätsprüfung gab es Hinweise zum Schmerzmanagement bei Bewohner:innen mit Demenz. Die PDL beauftragt sie, den Standard neu zu implementieren. (Jana ist ein fiktives Beispiel.)

  1. Arbeitsgruppe bilden: Jana holt je eine Pflegefachkraft pro Wohnbereich, eine Betreuungskraft und – für die Verfahrensregelung – den Hausarzt mit den meisten Bewohner:innen dazu.
  2. Ist-Stand prüfen: Stichprobe von zehn Dokumentationen: Gibt es Screening, Assessment, Ziele, Verlaufskontrollen?
  3. Instrumente festlegen: NRS für auskunftsfähige Bewohner:innen, VRS als Alternative, BESD für Menschen mit fortgeschrittener Demenz. Festgelegt wird auch, wann wiederholt wird.
  4. Verfahrensregelung abstimmen: Mit den Ärzt:innen wird geregelt, wie Bedarfsmedikation angeordnet, gegeben und überprüft wird.
  5. Team schulen: Kurze Fortbildungen zu Instrumenten und Dokumentation, inklusive Übung der BESD in echten Pflegesituationen.
  6. Schmerzexpertise sichern: Eine Kollegin absolviert eine Weiterbildung zur Pain Nurse und wird interne Ansprechpartnerin für komplexe Fälle.
  7. Audit: Nach drei Monaten wiederholt Jana die Stichprobe und stellt die Ergebnisse im Team vor.

Das Ergebnis: Die Einschätzungen sind vollständiger, Bedarfsgaben werden nachkontrolliert, und das Team erkennt Schmerzen bei Menschen mit Demenz früher. Wie Einrichtungen weitere Beauftragtenrollen organisieren, liest du in Beauftragte in der Pflegeeinrichtung.

Welche Rolle spielt die Pain Nurse?

Der Expertenstandard richtet sich an alle Pflegefachkräfte – auch ohne Zusatzqualifikation. Er sieht aber ausdrücklich vor, dass Einrichtungen den Zugang zu pflegerischen Schmerzexpert:innen sichern. Sie werden bei komplexen Einschätzungen und bei besonderem Beratungsbedarf hinzugezogen. Besonders gefragt ist ihre Expertise bei fortgeschrittenen chronischen Schmerzen, in der ambulanten Versorgung, am Lebensende und bei Menschen mit psychischen Erkrankungen.

Eine Pain Nurse ist eine Pflegefachkraft mit Weiterbildung im Schmerzmanagement. Sie berät Kolleg:innen, schult das Team, begleitet komplexe Fälle und hilft, den Expertenstandard im Haus umzusetzen. Wer Menschen am Lebensende begleitet, findet in der Palliative-Care-Weiterbildung eine sinnvolle Ergänzung.

Pain Nursing bei Livento

Merkmal Pain Nursing – Weiterbildung im Schmerzmanagement
Abendtermine 2026 24.11., 26.11., 01.12., 03.12., 08.12. und 10.12.2026
Zeiten Dienstag und Donnerstag, jeweils 17:00–20:15 Uhr
Kosten 625 € pro Teilnehmer:in
Inhalte Orientiert am Curriculum der Deutschen Schmerzgesellschaft – Details auf der Kursseite

Livento ist ein AZAV-zertifizierter Bildungsträger für Pflege und Gesundheit aus Bitterfeld-Wolfen. Ob dein Arbeitgeber die Kosten übernimmt, klärst du mit unserem Ratgeber Muss der Arbeitgeber die Weiterbildung bezahlen?. Einen Überblick über Fördermöglichkeiten gibt Weiterbildung in der Pflege: Kosten und Finanzierung.

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Häufige Fragen zum Expertenstandard Schmerzmanagement

Welche Fassung des Expertenstandards Schmerzmanagement ist aktuell?

Aktuell ist die Aktualisierung „Schmerzmanagement in der Pflege“ des DNQP von 2020. Sie hat die früheren Standards zu akuten Schmerzen (2011) und chronischen Schmerzen (2015) zu einem Standard zusammengeführt. Eine neuere Fassung ist Stand Oktober 2026 nicht veröffentlicht.

Ist der Expertenstandard Schmerzmanagement verpflichtend?

Er ist kein Gesetz, aber Pflegeeinrichtungen müssen nach § 11 SGB XI nach dem allgemein anerkannten Stand pflegerischer Erkenntnisse arbeiten. Expertenstandards gelten als Ausdruck dieses Standes. Der Medizinische Dienst orientiert sich bei Prüfungen daran.

Was ist der Unterschied zwischen Screening und Assessment?

Das Screening klärt kurz, ob überhaupt Schmerzen, schmerzbedingte Einschränkungen oder zu erwartende Schmerzen vorliegen. Ist es positiv, folgt das differenzierte Assessment. Es erfasst unter anderem Lokalisation, Intensität, Qualität, Verlauf, Einflussfaktoren und Auswirkungen auf den Alltag.

Welche Schmerzskala nutze ich bei Menschen mit Demenz?

Zuerst versuchst du die Selbsteinschätzung, etwa mit einer Verbalen Rating-Skala. Kann sich die Person nicht mehr äußern, nutzt du ein Beobachtungsinstrument wie BESD, BISAD oder ZOPA. Welches Instrument gilt, legt deine Einrichtung fest.

Was ist eine instabile Schmerzsituation?

Eine Schmerzsituation ist instabil, wenn die Behandlung dauerhaft keine für die Person akzeptable Situation erreicht oder Krisen zu Einbußen bei Lebensqualität, Funktion oder Teilhabe führen. Akute Schmerzen gelten zunächst grundsätzlich als instabil. Dann muss der Behandlungsplan überprüft werden.

Was prüft der MD beim Schmerzmanagement?

In der vollstationären Pflege ist Schmerzmanagement der Qualitätsaspekt 2.2 der Qualitätsprüfungs-Richtlinien. Geprüft wird, ob die Schmerzsituation sachgerecht erfasst wurde und ob die Person sachgerecht bei der Bewältigung ihrer Schmerzen unterstützt wird. Entscheidend ist eine nachvollziehbare Dokumentation.

Was macht eine Pain Nurse?

Eine Pain Nurse ist eine Pflegefachkraft mit Weiterbildung im Schmerzmanagement. Sie unterstützt bei komplexen Schmerzsituationen, berät Betroffene und Kolleg:innen und hilft, den Expertenstandard in der Einrichtung umzusetzen. Der Standard sieht vor, dass Einrichtungen den Zugang zu solchen Schmerzexpert:innen sichern.

Was kostet die Weiterbildung Pain Nursing bei Livento?

Die Weiterbildung Pain Nursing kostet 625 € pro Teilnehmer:in. Die Abendvariante findet an sechs Terminen vom 24.11. bis 10.12.2026 jeweils dienstags und donnerstags von 17:00 bis 20:15 Uhr statt. Alle Details findest du auf der Kursseite.

Quellen

Stand: Oktober 2026. Allgemeine Information, keine Rechtsberatung.

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