📌 Kurz gesagt
Eine Weiterbildung in der Pflege kostet je nach Umfang wenige Hundert Euro (kurze Pflichtfortbildung, bei Livento z. B. 215 €) bis ca. 3.200 € (PDL-Basisweiterbildung mit 460 Stunden); Kombi-Lehrgänge mit Aufbaukurs liegen teils bei über 5.000 €. Bei Livento kostet die Betreuungskraft-Qualifizierung 1.050 €, die PDL-Weiterbildung 2.550 € oder 12 zinsfreie Raten à 212,50 €. Bildungsleistungen sind oft umsatzsteuerfrei, Eigenanteile kannst du als Werbungskosten nach § 9 EStG absetzen, und über § 82 SGB III können bis zu 100 % der Lehrgangskosten gefördert werden.
Inhaltsverzeichnis
- Was gehört zu den Kosten einer Pflege-Weiterbildung?
- Was kosten die wichtigsten Pflege-Weiterbildungen?
- Was kostet die PDL-Weiterbildung?
- Was kostet die Weiterbildung zur Betreuungskraft?
- Welche versteckten Kosten solltest du einplanen?
- Ratenzahlung: Worauf solltest du achten?
- Welche Förderung senkt die Kosten?
- Kannst du die Weiterbildung von der Steuer absetzen?
- Warum steht bei vielen Kursen „umsatzsteuerfrei“?
- So gehst du vor: Deine Finanzierung in 5 Schritten
- Häufige Fragen
- Quellen
Was gehört zu den Kosten einer Pflege-Weiterbildung?
Die Kosten einer Pflege-Weiterbildung sind alle Ausgaben, die dir für Teilnahme und Abschluss entstehen. Dazu zählen vor allem die Lehrgangsgebühr, Prüfungsgebühren und Lernmaterial. Je nach Format kommen Fahrten, Übernachtungen, Technik oder Verdienstausfall hinzu.
Für den Preisvergleich ist deshalb nicht nur die Zahl auf dem Flyer entscheidend. Frag immer nach dem Gesamtpreis: Sind Prüfung, Skripte und Zertifikat enthalten? Gibt es eine Verwaltungsgebühr? Wird Umsatzsteuer aufgeschlagen?
Was kosten die wichtigsten Pflege-Weiterbildungen?
Die folgenden Spannen beruhen auf öffentlich einsehbaren Ausschreibungen verschiedener Bildungsträger für 2026 (Stand Oktober 2026). Preise schwanken je nach Region, Format und Leistungsumfang. Die Livento-Preise sind Endpreise.
| Weiterbildung | Rechtlicher Mindestumfang | Marktspanne (ca.) | Livento |
|---|---|---|---|
| Verantwortliche Pflegefachkraft / PDL (§ 71 SGB XI) | mind. 460 Std. | ca. 2.550–3.200 € (Basis); mit Aufbaukurs teils über 5.000 € | 2.550 € oder 12 × 212,50 € zinsfrei |
| Praxisanleitung (§ 4 PflAPrV) | mind. 300 Std. | ca. 1.700–2.700 € | 1.950 € (umsatzsteuerfrei) |
| Betreuungskraft (§§ 43b/53b SGB XI) | 160 UE Qualifizierung plus Praktika | ca. 1.000–1.300 € | 1.050 € (umsatzsteuerfrei) |
| Palliative Care Basiskurs | i. d. R. 160 UE | ca. 1.600–1.950 € | 1.305 € |
| Pain Nursing (Schmerzmanagement) | anbieterabhängig | anbieterabhängig | 625 € |
| Jährliche Pflichtfortbildung Betreuungskräfte | jährliche Fortbildung nach Betreuungskräfte-RL | anbieterabhängig | 215 € |
| Refresh Praxisanleitung | 24 Std. jährlich | anbieterabhängig | Termine und Preise auf Anfrage |
| Behandlungspflege LG 1 Basiskurs | landes- bzw. kassenabhängig | anbieterabhängig | 220 € |
Kosten von Pflege-Weiterbildungen 2026 im Überblick
Die rechtlichen Mindestumfänge findest du in § 71 Abs. 3 SGB XI (460 Stunden für Leitungsfunktionen) und § 4 Abs. 3 PflAPrV (300 Stunden plus 24 Stunden Fortbildung pro Jahr für Praxisanleitende). Länder können zusätzliche Anforderungen stellen.
Was kostet die PDL-Weiterbildung?
Für die Basisweiterbildung zur verantwortlichen Pflegefachkraft nach § 71 SGB XI mit 460 Stunden liegen die Preise am Markt meist zwischen ca. 2.550 und 3.200 €. Einige Anbieter kombinieren den Basiskurs mit einem Aufbaukurs für die stationäre Pflegedienstleitung oder für landesrechtliche Anforderungen. Dann sind auch über 5.000 € üblich.
Bei Livento kostet die PDL-Weiterbildung 2.550 €. Du lernst 12 Monate lang zu 100 % live-online, ohne Präsenzpflicht, an zwei festen Abenden pro Woche (Mo + Mi oder Di + Do, jeweils 17:00–20:15 Uhr). Fahrt- und Übernachtungskosten entfallen damit komplett. Die Prüfung besteht aus vier Modulprüfungen und einem Praxisprojekt mit Kolloquium.
Einen Haken solltest du kennen: Aufstiegs-BAföG ist bei der Livento-PDL nicht möglich, weil die Prüfung institutsintern ist und keine öffentlich-rechtliche Fortbildungsprüfung. Die Förderung über Bildungsgutschein ist in Vorbereitung – frag uns nach dem aktuellen Stand. Alles zur Förderung erklären wir im Artikel Bildungsgutschein und Qualifizierungschancengesetz in der Pflege.
Was kostet die Weiterbildung zur Betreuungskraft?
Die Qualifizierung zur zusätzlichen Betreuungskraft nach §§ 43b/53b SGB XI kostet am Markt meist ca. 1.000 bis 1.300 €. Der Preis hängt davon ab, wie viele Unterrichtseinheiten und Praktikumsstunden ein Anbieter einplant.
Bei Livento kostet die Qualifizierung 1.050 € (umsatzsteuerfrei) für 160 UE inklusive Praktikum. Sie ist nach AZAV zugelassen und damit über einen Bildungsgutschein förderbar. Der nächste Kurs startet am 06.11.2026 und läuft bis 09.04.2027. Hast du schon ein Praktikum in der Betreuung gemacht, kann es als 40-stündiges Orientierungspraktikum anerkannt werden, wenn du Zeitraum und Tätigkeiten nachweist.
Nach der Qualifizierung kommen jährliche Fortbildungskosten dazu. Der Refresh für Betreuungskräfte kostet bei Livento 215 € pro Person. Er ist nicht über Bildungsgutschein förderbar – meist übernimmt ihn die Einrichtung.
Welche versteckten Kosten solltest du einplanen?
Viele Kostenvergleiche hören bei der Kursgebühr auf. Für deine Planung sind diese Posten aber genauso wichtig:
- Prüfungs- und Zertifikatsgebühren: manchmal separat berechnet.
- Verwaltungs- oder Anmeldegebühr: bei manchen Trägern 30 € oder mehr.
- Fahrt und Übernachtung: bei Präsenzkursen mit Blockwochen schnell mehrere Hundert Euro.
- Verdienstausfall: wenn du für Präsenztage Urlaub oder unbezahlte Freistellung nehmen musst.
- Technik: bei Online-Kursen ein Laptop oder Tablet mit Kamera und stabiles Internet.
- Kinderbetreuung: an Kursabenden oder Blocktagen.
Live-Online-Formate am Abend sparen vor allem bei Fahrt, Übernachtung und Verdienstausfall. Wie du Kurs und Dienstplan zusammenbringst, liest du im Artikel Weiterbildung neben dem Schichtdienst.
Ratenzahlung: Worauf solltest du achten?
Viele Bildungsträger bieten Ratenzahlung an, aber nicht alle zu gleichen Bedingungen. Grob gibt es zwei Modelle:
| Modell | So funktioniert es | Darauf achten |
|---|---|---|
| Ratenzahlung direkt beim Bildungsträger | Du zahlst monatlich an den Träger, kein Kreditvertrag mit Dritten | Summe der Raten = Kurspreis? Gibt es einen Aufschlag? |
| Ratenkauf über Drittanbieter (z. B. Zahlungsdienstleister, Bank) | Ein externer Anbieter finanziert, du zahlst an ihn zurück | Effektiver Jahreszins, Gesamtbetrag, Bonitätsprüfung, Schufa-Eintrag |
Bei Livento zahlst du die PDL-Weiterbildung auf Wunsch in 12 Raten à 212,50 € – das sind genau 2.550 €, ohne Aufschlag und ohne Zinsen. Die Ratenzahlung läuft direkt über Livento, ohne externen Zahlungsdienstleister. Vergleiche bei anderen Angeboten immer die Summe aller Raten mit dem Einmalpreis.
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Welche Förderung senkt die Kosten?
Bevor du selbst zahlst, prüfe diese Wege. Sie lassen sich teils kombinieren, aber dieselben Kosten dürfen nie doppelt gefördert werden.
- Bildungsgutschein (§ 81 SGB III): wenn du arbeitslos bist oder dir Arbeitslosigkeit droht. Übernimmt bis zu 100 % der Lehrgangskosten plus Fahrt- und ggf. Kinderbetreuungskosten.
- Beschäftigtenförderung (§ 82 SGB III): für Angestellte bei Kursen über 120 Stunden. Lehrgangskosten zu 100 % (unter 50 Beschäftigte), 50 % oder 25 %, dazu Zuschuss zum Arbeitsentgelt.
- Arbeitgeberzuschuss: Viele Einrichtungen zahlen ganz oder teilweise, besonders bei Pflichtqualifikationen wie PDL oder Praxisanleitung. Wie du deinen Arbeitgeber überzeugst, steht im Artikel Arbeitgeber soll die Weiterbildung bezahlen.
- Landesprogramme: In Sachsen-Anhalt etwa das Programm WEITERBILDUNG der Investitionsbank mit 60 bis 90 % Zuschuss für Privatpersonen. Achtung: Beteiligt sich dein Arbeitgeber finanziell, ist der individuelle Zugang ausgeschlossen.
- Aufstiegs-BAföG: nur bei Lehrgängen mit öffentlich-rechtlicher Prüfung und meist mindestens 400 Unterrichtsstunden. Für die Livento-PDL nicht möglich.
Kannst du die Weiterbildung von der Steuer absetzen?
Ja, in der Regel. Kosten für eine beruflich veranlasste Fortbildung sind Werbungskosten nach § 9 EStG, wenn du sie selbst trägst. Einen Höchstbetrag gibt es nicht. Absetzbar sind zum Beispiel Lehrgangs- und Prüfungsgebühren, Fachliteratur, Arbeitsmittel, Fahrtkosten und Zinsen für ein Weiterbildungsdarlehen.
Zwei Dinge musst du beachten. Erstens: Steuerfreie Zuschüsse von Arbeitgeber oder Förderstellen mindern die absetzbaren Kosten. Du setzt also nur deinen echten Eigenanteil ab. Zweitens: Der Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.230 € wird automatisch berücksichtigt. Deine Weiterbildungskosten wirken sich deshalb vor allem dann aus, wenn deine Werbungskosten insgesamt darüber liegen.
Übernimmt dein Arbeitgeber die Kosten, ist das für dich in vielen Fällen steuerfrei. § 3 Nr. 19 EStG stellt Weiterbildungsleistungen des Arbeitgebers steuerfrei, wenn sie nicht überwiegend Belohnungscharakter haben. Für deinen Einzelfall frag bitte deine Steuerberatung oder einen Lohnsteuerhilfeverein.
Warum steht bei vielen Kursen „umsatzsteuerfrei“?
Viele Bildungsleistungen sind nach § 4 Nr. 21 UStG von der Umsatzsteuer befreit. Private Bildungseinrichtungen brauchen dafür in der Regel eine Bescheinigung der zuständigen Landesbehörde, dass sie ordnungsgemäß auf einen Beruf oder eine Prüfung vorbereiten. Mit dem Jahressteuergesetz 2024 wurde die Vorschrift ab 2025 neu gefasst. Das Bescheinigungsverfahren für private Träger bleibt aber bestehen.
Für dich heißt das: Der angegebene Preis ist bei befreiten Kursen der Endpreis, es kommen keine 19 % dazu. Achte beim Vergleich darauf, ob ein Angebot „zzgl. MwSt.“ ausweist. Die Betreuungskraft-Qualifizierung bei Livento ist umsatzsteuerfrei.
So gehst du vor: Deine Finanzierung in 5 Schritten
Beispiel (fiktiv): Jana, 34, ist Pflegefachfrau in einem Pflegeheim mit 80 Beschäftigten und möchte PDL werden. Ihr Arbeitgeber zahlt nach einem Gespräch die Hälfte. Den Rest zahlt Jana in Raten und setzt ihren Eigenanteil in der Steuererklärung ab. So kannst auch du vorgehen:
- Gesamtkosten ermitteln: Kursgebühr, Prüfung, Material, Fahrt, Technik und mögliche Verdienstausfälle zusammenrechnen.
- Förderung prüfen: Bist du beschäftigt (§ 82 SGB III), arbeitslos (Bildungsgutschein) oder Selbstzahler (Landesprogramm)?
- Arbeitgeber ansprechen: Eigenanteil, Freistellung und mögliche Rückzahlungsvereinbarung schriftlich klären.
- Zahlungsweise wählen: Einmalzahlung oder zinsfreie Raten direkt beim Träger, kein teurer Ratenkredit.
- Belege sammeln: Rechnungen, Zahlungsnachweise und Fahrtenliste für die Steuererklärung aufbewahren.
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Häufige Fragen zu den Kosten einer Pflege-Weiterbildung
Was kostet eine Weiterbildung in der Pflege durchschnittlich?
Das hängt vom Umfang ab. Kurze Pflichtfortbildungen kosten meist wenige Hundert Euro (bei Livento z. B. 215 € für den Refresh Betreuungskräfte), Qualifizierungen wie Betreuungskraft ca. 1.000 bis 1.300 €. Für Praxisanleitung (300 Stunden) liegen die Preise bei ca. 1.700 bis 2.700 €, für die PDL-Basisweiterbildung (460 Stunden) bei ca. 2.550 bis 3.200 €.
Was kostet die PDL-Weiterbildung bei Livento?
Die Weiterbildung zur verantwortlichen Pflegefachkraft nach § 71 SGB XI kostet bei Livento 2.550 €. Du kannst auch in 12 Raten à 212,50 € zahlen, ohne Aufschlag und ohne Zinsen. Die Ratenzahlung läuft direkt über Livento.
Was kostet die Weiterbildung zur Betreuungskraft?
Am Markt meist ca. 1.000 bis 1.300 €. Bei Livento kostet die Qualifizierung nach §§ 43b/53b SGB XI 1.050 € umsatzsteuerfrei für 160 UE inklusive Praktikum. Sie ist über einen Bildungsgutschein förderbar.
Kann ich Weiterbildungskosten von der Steuer absetzen?
Ja, beruflich veranlasste Fortbildungskosten sind Werbungskosten nach § 9 EStG, ohne Höchstbetrag. Abziehen kannst du aber nur, was du selbst getragen hast, steuerfreie Zuschüsse mindern den Betrag. Es lohnt sich vor allem, wenn deine Werbungskosten insgesamt über dem Pauschbetrag von 1.230 € liegen.
Muss ich auf Pflege-Weiterbildungen Mehrwertsteuer zahlen?
Oft nicht. Bildungsleistungen sind nach § 4 Nr. 21 UStG häufig umsatzsteuerfrei, private Träger brauchen dafür in der Regel eine Bescheinigung der Landesbehörde. Prüfe beim Vergleich, ob ein Preis „zzgl. MwSt.“ angegeben ist.
Ist Ratenzahlung bei Weiterbildungen immer zinsfrei?
Nein. Bei Ratenzahlung direkt beim Bildungsträger gibt es oft keinen Aufschlag, bei Ratenkauf über Drittanbieter können Zinsen und eine Bonitätsprüfung anfallen. Vergleiche immer die Summe aller Raten mit dem Einmalpreis.
Zahlt mein Arbeitgeber die Weiterbildung?
Einen allgemeinen Anspruch gibt es nicht, viele Einrichtungen beteiligen sich aber, besonders bei PDL oder Praxisanleitung. Mit § 82 SGB III kann die Agentur für Arbeit dem Arbeitgeber einen großen Teil der Kosten erstatten. Häufig wird dafür eine Rückzahlungsvereinbarung geschlossen.
Quellen
- § 71 SGB XI – Pflegeeinrichtungen (460 Stunden Leitungsweiterbildung), gesetze-im-internet.de
- § 4 PflAPrV – Praxisanleitung (300 Stunden, 24 Stunden jährlich), gesetze-im-internet.de
- § 9 EStG – Werbungskosten, gesetze-im-internet.de
- § 3 Nr. 19 EStG – steuerfreie Weiterbildungsleistungen des Arbeitgebers, gesetze-im-internet.de
- § 4 Nr. 21 UStG – Steuerbefreiung von Bildungsleistungen, gesetze-im-internet.de
- Finanzverwaltung NRW: Fortbildungskosten als Werbungskosten
- Bundesagentur für Arbeit: Individuelle Förderung von Beschäftigten (§ 82 SGB III)
- Förderdatenbank des Bundes: Sachsen-Anhalt WEITERBILDUNG individueller Zugang
- Marktbeispiel: Weiterbildungsprogramm 2026 eines Berliner Trägers (Leitung 460 Std., Praxisanleitung 300 Std.)
- Marktbeispiel: DBfK Südost, Fernlehrgang Pflegemanagement (Basis- und Aufbaukurs)
- Marktbeispiel: Weiterbildung Praxisanleitung 2026, Martha-Maria
- Marktbeispiel: Basiskurs Palliative Care 2026, Städtisches Klinikum Dessau
- Rödl & Partner: Umsatzsteuerbefreiung von Bildungsleistungen nach dem Jahressteuergesetz 2024
Stand: Oktober 2026. Allgemeine Information, keine Rechtsberatung.


