📌 Kurz gesagt
Eine Weiterbildung neben dem Schichtdienst gelingt am besten mit einem festen, planbaren Format. Bei Livento findet der Unterricht live-online an zwei Abenden pro Woche von 17:00 bis 20:15 Uhr statt, ohne Präsenzpflicht. Nötig sind 80 % Anwesenheit; verpasste Termine holst du über Selbstlernmodule auf der Lernplattform Campus Connect oder im nächsten Durchlauf nach. Mit festen Kursabenden im Dienstplan und kurzen Lerneinheiten ist das auch bei Früh- und Spätdienst realistisch.
Inhaltsverzeichnis
- Was bedeutet berufsbegleitende Weiterbildung?
- Welches Format passt zum Schichtdienst?
- Wie funktioniert der Live-Online-Abendkurs bei Livento?
- Wie sieht eine realistische Woche aus?
- Wie sprichst du den Dienstplan ab?
- Was passiert, wenn du einen Kursabend verpasst?
- Lerntipps für müde Köpfe nach der Schicht
- Wie bekommst du Weiterbildung und Familie unter einen Hut?
- So gehst du vor: Dein Start in 5 Schritten
- Häufige Fragen
- Quellen
Was bedeutet berufsbegleitende Weiterbildung?
Eine berufsbegleitende Weiterbildung ist eine Qualifizierung, die du neben deiner Arbeit absolvierst, ohne deinen Job zu unterbrechen. Der Unterricht liegt abends, an Wochenenden oder in kurzen Blöcken. Du bleibst im Team, verdienst weiter und wendest Gelerntes direkt im Alltag an.
In der Pflege ist das oft der einzige realistische Weg. Pflichtqualifikationen wie die Leitungsweiterbildung nach § 71 SGB XI (mindestens 460 Stunden) oder die Praxisanleitung nach § 4 PflAPrV (mindestens 300 Stunden) dauern Monate. Eine Vollzeit-Freistellung können sich weder die meisten Pflegekräfte noch ihre Einrichtungen leisten.
Welches Format passt zum Schichtdienst?
Nicht jedes Format eignet sich gleich gut für wechselnde Dienste. Ein Überblick:
| Format | So läuft es | Vorteil im Schichtdienst | Herausforderung |
|---|---|---|---|
| Präsenz in Blockwochen | Mehrere ganze Tage am Stück vor Ort | Konzentriertes Lernen | Freistellung oder Urlaub nötig, Fahrt- und Übernachtungskosten |
| Präsenz an festen Wochentagen | Wöchentlich vor Ort | Fester Rhythmus, Kontakt zur Gruppe | Anfahrt, kollidiert mit Spätdienst |
| Fernlehrgang / reines Selbststudium | Lernmaterial, Zeiteinteilung selbst | Maximal flexibel | Viel Selbstdisziplin, wenig Austausch, nicht immer förderfähig |
| Live-Online am Abend | Feste Abendtermine per Video mit Dozent:in | Keine Anfahrt, gut nach Frühdienst, Austausch in Echtzeit | Feste Termine im Dienstplan freihalten |
Weiterbildungsformate im Vergleich für Schichtarbeitende
Für die Förderung ist ein Detail wichtig: Bei der Beschäftigtenförderung nach § 82 SGB III zählen laut Fachlichen Weisungen der Bundesagentur für Arbeit (Stand 2026) asynchrone Lernanteile ohne jederzeitigen Kontakt zu Lehrkräften nicht zu den erforderlichen mehr als 120 Stunden. Live-Online-Unterricht mit Dozent:in gilt dagegen als Unterricht. Mehr dazu im Artikel Bildungsgutschein und Qualifizierungschancengesetz in der Pflege.
Wie funktioniert der Live-Online-Abendkurs bei Livento?
Livento hat seine Weiterbildungen für Menschen im Schichtdienst gebaut. Die wichtigsten Eckdaten:
- Unterrichtszeit: 17:00 bis 20:15 Uhr, an zwei festen Abenden pro Woche.
- 100 % live-online: keine Präsenzpflicht, keine Anfahrt. Du brauchst Laptop oder Tablet mit Kamera und stabiles Internet.
- Anwesenheit: 80 % der Kurszeit. So bleibt Luft für Dienste, die sich nicht tauschen lassen.
- Nachholen: Verpasste Inhalte holst du über Selbstlernmodule auf der Lernplattform Campus Connect oder im nächsten Kursdurchlauf nach.
- PDL-Weiterbildung: 460 Stunden in 12 Monaten (46 Wochen je Einstieg), wahlweise Mo + Mi oder Di + Do. Einstieg nach jedem Modul möglich – du musst nicht auf den nächsten Jahreskurs warten.
- Praxisanleitung: 300 Stunden, Abendkurs an zwei Abenden pro Woche, ca. 29 Kurswochen. Nächster Start im Dezember 2026.
Die passende Weiterbildung findest du auf den Kursseiten: PDL-Weiterbildung, Praxisanleiter-Weiterbildung und Betreuungskraft-Qualifizierung.
Wie sieht eine realistische Woche aus?
Der folgende Wochenplan ist ein Beispiel für einen PDL-Kurs am Montag und Mittwoch. Frühdienst ca. 6:00–14:00 Uhr, Spätdienst ca. 13:30–21:30 Uhr – die genauen Zeiten sind in jeder Einrichtung anders.
| Tag | Dienst | Weiterbildung | Lernzeit / Erholung |
|---|---|---|---|
| Montag | Frühdienst | 17:00–20:15 Live-Unterricht | Nach dem Dienst 1 Stunde Pause, kleiner Snack vor Kursbeginn |
| Dienstag | Frühdienst | – | 20 Min. Wiederholung (Karteikarten), sonst frei |
| Mittwoch | Frühdienst | 17:00–20:15 Live-Unterricht | Vorher Unterlagen kurz durchsehen |
| Donnerstag | Spätdienst | – | Vormittags 45 Min. Selbstlernen auf Campus Connect |
| Freitag | Spätdienst | – | Vormittags 30 Min. Aufgabe oder Praxisprojekt |
| Samstag | frei | – | Bewusst lernfrei, Zeit für Familie und Erholung |
| Sonntag | Frühdienst | – | Abends 15 Min. Wochenplanung |
In Wochen mit Spätdienst an einem Kursabend tauschst du entweder einen Dienst oder nutzt dein Nachholkontingent. Rechne grob mit 6,5 Stunden Live-Unterricht und 1,5 bis 2 Stunden Selbstlernzeit pro Woche. Das ist ein Richtwert, kein Muss – manche brauchen weniger, vor Prüfungen mehr.
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Wie sprichst du den Dienstplan ab?
Der wichtigste Erfolgsfaktor ist ein früher, klarer Wunsch an die Dienstplanung. Feste Kursabende lassen sich viel leichter berücksichtigen als spontane Tauschanfragen.
- Früh Bescheid geben: Sprich vor Kursbeginn mit Wohnbereichsleitung oder PDL und gib alle Kurstermine schriftlich ab.
- Wunsch statt Sperre: Formuliere „An Kursabenden bitte möglichst Frühdienst oder frei“. Das ist leichter umzusetzen als eine starre Sperre.
- Tauschpartner finden: Vereinbare im Team, mit wem du Spätdienste an Kursabenden tauschen kannst.
- Arbeitszeit klären: Ob Kurszeit als Arbeitszeit zählt, entscheidet deine Vereinbarung mit dem Arbeitgeber, nicht der Bildungsträger.
Wenn dein Arbeitgeber die Weiterbildung unterstützen soll, hilft dir unser Artikel Arbeitgeber soll die Weiterbildung bezahlen mit E-Mail-Vorlage. Für Prüfungstage kann in vielen Bundesländern auch Bildungsurlaub infrage kommen, in Sachsen-Anhalt nach dem Bildungsfreistellungsgesetz fünf Arbeitstage pro Jahr.
Was passiert, wenn du einen Kursabend verpasst?
Erst mal: Das ist normal. Krankheit im Team, ein Notfall, ein Kind mit Fieber – im Pflegealltag lässt sich nicht jeder Abend planen. Deshalb gilt bei Livento eine Anwesenheitsquote von 80 %, nicht 100 %.
Verpasste Inhalte holst du so nach:
- Selbstlernmodul auf Campus Connect: Die Inhalte des verpassten Abends erarbeitest du zeitlich flexibel auf der Lernplattform.
- Nächster Durchlauf: Bei längeren Ausfällen kannst du einzelne Termine oder Module im nächsten Kursdurchlauf besuchen.
- Bei der PDL-Weiterbildung: Weil der Einstieg nach jedem Modul möglich ist, kannst du nach einer längeren Pause wieder in ein laufendes Modul einsteigen.
Melde dich bei absehbaren Ausfällen früh bei der Kursleitung. Dann findet sich fast immer eine Lösung.
Lerntipps für müde Köpfe nach der Schicht
Nach acht Stunden auf Station ist der Akku oft leer. Diese Strategien helfen:
- Kurze Einheiten: Lieber dreimal 20 Minuten als einmal eine Stunde. Kurze Wiederholungen bleiben besser hängen.
- Feste Lernzeiten: Plane Lernzeit wie einen Dienst – zum Beispiel vor dem Spätdienst.
- Kamera an, Mund auf: Wer im Live-Unterricht mitdiskutiert, bleibt wacher und behält mehr.
- Praxisbezug nutzen: Verknüpfe neues Wissen mit Fällen aus deinem Alltag, zum Beispiel Pflegemodelle oder die AEDL nach Krohwinkel.
- Lerngruppe: Tausch dich mit anderen Teilnehmenden aus, auch per Messenger.
- Schlaf schützen: Nach einem Kursabend vor dem Frühdienst nicht noch bis Mitternacht lernen.
💡 Tipp aus der Praxis
Leg dir für die Kursabende eine „Startroutine“ zu: Dienstkleidung aus, kurz duschen, etwas essen, Getränk bereitstellen, 16:55 Uhr einloggen. Nach ein paar Wochen schaltet dein Kopf automatisch auf Lernen um.
Wie bekommst du Weiterbildung und Familie unter einen Hut?
Fiktives Beispiel zur Veranschaulichung. Kathrin, 38, ist Pflegefachfrau im ambulanten Dienst und hat zwei Kinder (7 und 11). Sie macht die PDL-Weiterbildung dienstags und donnerstags. An Kursabenden übernimmt ihr Partner Abendessen und Zubettgehen. Kathrin hat die Kurstermine in den Familienkalender eingetragen und mit den Kindern besprochen: „Dienstag und Donnerstag ist Mama in der Schule.“
So kann es auch bei dir funktionieren:
- Offen planen: Kurstermine für alle sichtbar in den Familienkalender eintragen.
- Aufgaben verteilen: Klare Zuständigkeiten an Kursabenden vereinbaren.
- Ruhigen Platz schaffen: Kopfhörer und eine feste Lernecke helfen.
- Freie Tage schützen: Mindestens ein Tag pro Woche ohne Lernen.
- Erfolge feiern: Bestandene Modulprüfungen sind ein Grund zum Feiern – mit der ganzen Familie.
Ein Vorteil von Live-Online: Du bist zu Hause. Das spart Fahrzeit und du bist erreichbar, falls etwas ist.
So gehst du vor: Dein Start in 5 Schritten
- Ziel klären: Welche Qualifikation brauchst du – PDL, Praxisanleitung, Betreuungskraft?
- Kurstage wählen: Bei der PDL-Weiterbildung Mo + Mi oder Di + Do, passend zu deinem üblichen Dienstrhythmus.
- Finanzierung klären: Arbeitgeber, Förderung oder zinsfreie Raten – alles dazu im Artikel Weiterbildung in der Pflege: Kosten und Finanzierung.
- Dienstplan absprechen: Alle Kurstermine vor Kursbeginn schriftlich an die Dienstplanung geben.
- Technik testen: Laptop, Kamera, Headset und Login für Campus Connect vor dem ersten Abend ausprobieren.
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Häufige Fragen zur Weiterbildung neben dem Schichtdienst
Kann ich eine Weiterbildung neben Vollzeit im Schichtdienst schaffen?
Ja, mit einem passenden Format. Live-Online-Abendkurse an zwei festen Abenden pro Woche lassen sich gut mit Frühdiensten kombinieren. Entscheidend sind eine frühe Absprache mit der Dienstplanung und realistische Lernzeiten.
Wie viel Zeit muss ich pro Woche einplanen?
Bei Livento umfasst der Live-Unterricht zwei Abende à 17:00–20:15 Uhr, also rund 6,5 Stunden. Dazu kommen je nach Person und Kursphase etwa 1,5 bis 2 Stunden Selbstlernen. Vor Prüfungen kann es etwas mehr werden.
Was passiert, wenn ich wegen eines Dienstes einen Kursabend verpasse?
Bei Livento gilt eine Anwesenheitspflicht von 80 %. Verpasste Inhalte holst du über Selbstlernmodule auf Campus Connect oder im nächsten Kursdurchlauf nach. Gib bei absehbaren Ausfällen frühzeitig der Kursleitung Bescheid.
Muss ich bei der Online-Weiterbildung zu Präsenzterminen anreisen?
Nein, die Livento-Weiterbildungen wie die PDL-Weiterbildung finden zu 100 % live-online statt, ohne Präsenzpflicht. Praktische Anteile wie Praktika oder Praxisprojekte absolvierst du in einer Einrichtung, meist in deinem eigenen Betrieb.
Kann ich bei der PDL-Weiterbildung jederzeit einsteigen?
Der Einstieg ist nach jedem Modul möglich. Du musst also nicht auf einen Jahresstart warten. Ab deinem Einstieg dauert die Weiterbildung 46 Kurswochen.
Zählt die Kurszeit als Arbeitszeit?
Das regelt deine Vereinbarung mit dem Arbeitgeber, nicht der Bildungsträger. Manche Einrichtungen rechnen Kurszeiten an oder gewähren Freistellung, andere nicht. Kläre das vor Kursbeginn schriftlich.
Ist eine berufsbegleitende Online-Weiterbildung förderfähig?
Das hängt vom Kurs und deiner Situation ab. Für Förderungen über die Agentur für Arbeit müssen Träger und Maßnahme nach AZAV zugelassen sein, bei § 82 SGB III zählen nur Unterrichtsstunden mit Lehrkraftkontakt zu den mehr als 120 Stunden. Live-Online-Unterricht erfüllt das.
Quellen
- § 71 SGB XI – Pflegeeinrichtungen, gesetze-im-internet.de
- § 4 PflAPrV – Praxisanleitung, gesetze-im-internet.de
- § 82 SGB III – Förderung von Beschäftigten, gesetze-im-internet.de
- Bundesagentur für Arbeit: Fachliche Weisungen Förderung der beruflichen Weiterbildung, Stand 01.01.2026 (PDF)
- Bundesagentur für Arbeit: Individuelle Förderung von Beschäftigten
- Bildungsfreistellungsgesetz Sachsen-Anhalt (Landesverwaltungsamt, PDF)
- LSJV Rheinland-Pfalz: Bildungsfreistellung in den Ländern (Übersicht, PDF)
Stand: Oktober 2026. Allgemeine Information, keine Rechtsberatung.


